Umbau einer Bachmann-Spectrum HO-Lok auf Digital

Aufgrund des massiven Rahmens der über Federkontakte an den Drehgestellen den Fahrstrom direkt an Motor und Beleuchtung gibt, dachte ich anfänglich es wäre zu kompliziert.
Aber eigentlich war es doch ein einfacher Umbau, der dazu noch so sehr Spaß machte, das ich gleich alle 6 meiner Bachmann SD45-2 am Stück umrüstete.

Ein Klick auf das jeweilige Bild zeigt eine vergrößerte Darstellung.

 

Als erstes ist für einen geeigneten und sicheren Halt der Lok zu sorgen. Ich habe hierzu einen Schaumstoffklotz V-förmig eingeschnitten.

Das "zerlegen" der Lok ist ziemlich einfach.

Als Werkzeug habe ich benötigt:
- kleinen Kreuzschlitzdreher
- Schraubendreher zum aufhebeln des Rahmens
- Kombizange
- Dremel/Proxon mit Trennscheibe und Fräskopf
- Lötstation
- Kabelreste und Schrupfschläuche
 

Nachdem der Tank das erste Teil ist, das entfernt werden muß, eignet er sich bestens dafür, als Sammelbehälter für alle Schräubchen zu dienen.
So bleibt alles beieinander und kann nicht verloren gehen. 
Vier Schrauben halten die Rahmen zusammen. Diese werden mit den "Abstandshaltern" und den zwei weißen Plastikstückchen von der Tankhalterung (Vorsicht - die Dinger verliert oder vergißt man bein Zusammenbau gerne - unteres Bild gelbe Markierung) in unseren Sammelbehälter gelegt. 
Rahmenteile vorsichtig aufhebeln und trennen. Alles demontieren. Dabei darauf achten, wie der Motor eingesetzt war. Ich glaube zwar nicht das dies wichtig ist, aber ich wollte keinen Fehler machen. Am Motor ist eine Markierung (Pfeil nach oben).
Um den Massekontakt zwischen Rahmen und Motor zu unterbinden, muß die Öffnung im Rahmen vorsichtig vergrößert werden. Das Dremel oder Proxxon-Tool mit einer Mini-Flexscheibe leistet hier vorzügliche Dienste. 
Das (in Fahrtrichtung von hinten gesehene) rechte Rahmenteil oben und unten einschneiden und mit der Kombizange einfach abbrechen.  
Wenn man sauber geflext hat, bricht das nun überflüssige Teil glatt ab und man muß nicht nacharbeiten 
In der Motoröffnung der rechten Rahmenhälfte unten links - in der linken Rahmenhälfte oben rechts ca. 3 - 4 mm ausfräsen (blaue Markierung). die "Kontaktnase" des Motors darf keinen Massekontakt mehr haben !
Beide  "Kontaktnasen" oder Federkontakte auf ca. 5mm länge verkürzen.

Ich habe die Dekoderkabel direkt angelötet. Man kann hier natürlich auch eine NEM 652 Schnittstelle dazwischensetzen um einen späteren Dekodertausch zu vereinfachen. 

Darauf achten dass das orange Kabel auf die (in Fahrrichtung von hinten gesehen) linke obere Kontaktnase gelötet wird. 

Das graue Kabel geht auf den rechten unteren Anschluß.

Ich habe hier vor dem Anlöten Schrumpfschläuche aufgezogen, die dann über die Lötstelle bis direkt an den Kontaktpunkt am Motor geschoben werden.

An den Drehgestellen werden die Federkontakte abgeschnitten. Das verbleibende Messingblech wird an einer Stelle blankgeschliffen und ein Kabel angelötet. Links (Fahrtrichtung) schwarz - rechts rot !
Das vordere und hintere Drehgestell wird so miteinander verkabelt. Ich habe dann auf den hinteren Anschluß die roten und schwarzen Kabel vom Dekoder angelötet.

Reihenverkehrt der Demontage ist die Lok wieder zusammen zu setzen. 

Die Kabel werden zwischen den Rahmenhälften hinweg durchgezogen. Wie vorab schon vermerkt - die weißen Plastikstückchen für die Tankhalterung nicht vergessen (habe ich meist, deshalb weise ich darauf hin).

Rahmenteile nach oben mit Isolierband abkleben und Dekoder mit Doppelseitenklebeband (liegt meist dem Dekoder bei) befestigen.

Da die Lok außer Licht keine weiter Funktion hat, kann man das grüne Kabel ablöten, abzwicken oder einfach irgendwo tot verlegen. 

Das weiße, gelbe und blaue Kabel brauchen wir nun für das Licht.

Die Lichtplatine aus dem Gehäuse entfernen. Aber vorsichtig, wir brauchen sie noch. 

Von der Platine sind alle Federkontakte, Dioden und Widerstände (sofern Vorhanden) zu entfernen.

Die Birnchen mußte ich nicht tauschen. Mit den 16V Digitalstrom gab es bei mir keine Probleme.

Die vorgenannten Lichtkabel sind zu lang und wurden gekürzt. Blaues Kabel auf die gemeinsame Masseleitung löten. In die Stelle in der sich zuvor eine Diode befand wurde eine Kabelbrücke eingelötet (blaue Markierung).

Gelbes Kabel auf die hintere Lampe - weißes auf die vordere Lampe.

Es empfiehlt sich, vor dem entgültigem Zusammenbau die Lok auf einem Test/Programmiergleis auf alle Funktionen hin zu überprüfen.

Wie auf dem rechten Bild sollte es aussehen bevor  das Gehäude und die Drehgestellblenden wieder befestigt werden.

Hier die Belegung der jeweiligen Dekoderkabel im Bild.

Und hier im Text:

Schwarz 

- Linker Gleiskontakt (in Fahrtrichtung von hinten gesehen)

Rot - Rechter Gleiskontakt
Orange - Linker Motorkontakt
Grau - Rechter Motorkontakt
Blau - Gemeinsamer Pluspol (Licht)
Weiß - Vordere Lampe
Gelb - Hintere Lampe
Grün

- Funktion (hier ohne Belegung)


Peter Hassler © 21.03.2004